Als "große Keilwelle" bezeichnet man eine Werkzeugaufnahme bei schweren Bohrhämmern oder Stemmhämmern, welche von der Leistung her ihrem Nachfolger SDS-MAX entspricht. Die große Keilwelle überträgt an Werkzeugmaschinen als axial bewegliche Kupplung das Drehmoment zwischen Welle und Einsatzwerkzeug, daher wird die große Keilwelle auch bei Meißelwerkzeugen verwendet. Bei der formschlüssigen Verbindung "große Keilwelle" befinden sich rund und um das Einsteckende des Bohrerschafts in Längsrichtung angeordnete Stege (Keile). Die große Keilwelle kann man mit der Mechanik von Zahnrädern vergleichen, welche bei Betrieb ineinandergreifend den Antrieb übertragen.
Zwischen den Stegen sind in der Werkzeugaufnahme zusätzliche Freiflächen eingearbeitet. Sie sollen Bruchstücke der Stege aufnehmen, falls die große Keilwelle bei Überlast oder Armierungstreffern plötzlich blockieren sollte. Dieser Fall ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, der theoretisch in Betracht gezogen wurde, aber in der Praxis die große Keilwelle so gut wie nie betrifft. Bevor die große Keilwelle Schäden an den Mitnahmeflächen erleidet, ist ein Verwinden oder Bruch der Antriebswelle wahrscheinlicher.
Die große Keilwelle sowie Sechskant waren nur zwei von vielen unterschiedlichen Werkzeugaufnahmen bei schweren Bohrhämmern, bis die Firma Bosch 1975 mit SDS-PLUS ein Einstecksystem mit einheitlichem Standard von 10 mm Schaftdurchmesser einführte, welches sich bei leichten und mittleren Bohrhämmern schnell durchsetzte. SDS-PLUS ist mit dem TE-System der Marke Hilti kompatibel. Einzelne Dübelbohrer, Metallbohrer und Holzbohrer sowie komplette Bohrersätze sind mit SDS-Aufnahme erhältlich.
Die Weiterentwicklung folgte 1990 mit SDS-MAX für schwere Bohrhämmer ab fünf Kilo, wobei werkzeugloser Wechsel der Einsatzwerkzeuge die schnelle Handhabung erheblich fördert. Komplette Trennung von Werkzeugverriegelung und Übertragung des Drehmoments ist bei SDS die grundlegende Neuerung. Je eine Kugel in der Werkzeugaufnahme, welche in die begrenzte Nut einrastet, übernimmt die Verriegelung des Werkzeugschafts. Materialabnutzung an den stark beanspruchten Kanten der Mitnehmer durch die axiale Bewegung beim Hammerbohren tritt durch die abrollenden Kugeln nicht mehr auf. Der radiale Antrieb erfolgt über Stege, welche in durchgehende Nuten einrasten.



