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Wie funktioniert eigentlich löten?

Als mich neulich ein Kunde fragte: „Braucht man verschiedenes Lötzinn, wenn man hart- oder weichlötet?“ und ich ihm keine Antwort geben konnte, fragte ich mich selber, wie funktioniert eigentlich LÖTEN? Also machte ich mich bei Kollegen und Bekannten schlau und siehe da, so knifflig ist das Ganze gar nicht.

Das Lötprinzip:

Das Löten ist eine Verbindungstechnik, bei der eine mehr oder weniger hohe Temperatur benötigt wird. Im Gegensatz zum Schweißen wird beim Löten ein sogenanntes Lot

Lötdraht

für die Verbindung benötigt. Geeignet für eine Lötverbindung sind alle metallischen Werkstoffe. Man unterscheidet hierbei zwischen Hart- und Weichlöten.

Weichlöten

Beim Weichlöten liegt die Arbeitstemperatur zwischen 200°C- 450°C. Das verwendete Lot schmilzt innerhalb dieses Temperaturbereiches und ergibt eine dichte aber nicht sehr belastbare Verbindung. Als Lötgerät wird hierbei ein elektrischer Lötkolben (weiter zu Elektrolöten)

Lötkolben

(z.B. von Proxxon), eine Lötpistole oder ein Gaslötgerät (weiter zu Gaslöten) verwendet (z.B. GAZ). Wichtig dabei ist der fachgerechte Umgang mit den Lötgeräten, denn auch die vergleichsweise geringe Temperatur kann temperaturempfindliche Geräte und Bauteile beschädigen.

Hartlöten

Das Hartlöten erfordert eine Arbeitstemperatur über 450°C. Zum Erzeugen dieser Temperatur wird ein Lötbrenner

Lötbrenner

(z.B. der Punkt-Lötbrenner von GOK), ein Autogenschweißbrenner

Lötbrenner

oder ein Hartlötbrenner (z.B. der Hartlötbrenner X1700 von CampingGaz) benötigt. Beim Hartlöten werden höher beanspruchbare Lötverbindungen erzielt.
Beide Verfahren sind letztendlich gleichwertig- der Unterschied zwischen beiden liegt an der Arbeitstemperatur und damit auch im zu verwendenden Lot.

Und nun fand ich auch eine Antwort auf die mir gestellte Kundenfrage:
Lötzinn richtig verwenden:
Lötzinn ist das verbindende Metall beim Löten. Dieses besteht meist aus mehreren Metallen und hat folgende Eigenschaften:
– Es soll auf dem Metall leicht zerfließen, sich mit der Metalloberfläche verbinden oder eine Legierung bilden. Diese Verbindung muss auch an sehr engen Stellen entstehen.
– Es soll sich schon bei relativ niedriger Temperatur verflüssigen und das Metall benetzen.
– Es soll so fest wie möglich, jedoch nicht spröde sein.

Lötzinn gibt es in Form von Lötdraht

Lötdraht

oder Lötstäben.

Lötstäbe

Beim Löten im Installationsbereich wird z.B. Fittinglot verwendet, welches trinkwassergeeignet sein muss. Hierbei ist aber die Verwendung eines Fitting-weichlotflussmittels notwendig.
Beim Löten an elektronischen Bauteilen kommt dagegen dünner Lötdraht mit einem Flussmittelkern zum Einsatz.
Metallverbindungen werden mit Zinnlot und Lötwasser zusammen hergestellt.

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2 Kommentare »

 
  • Manni sagt:

    Den Beitrag finde ich sehr informativ. Mich würde noch interessieren, welche verschiedenen Lötbrenner eingesetzt werden und welche davon der handwerker-versand anbietet.

  • Doreen Drak sagt:

    Hallo Manni,
    also es gibt da zum Beispiel:
    – den Piezo-Propanbrenner, der mit einem Hochleistungs-Piezozünder (d. h. Zünden auf Knopfdruck in jeder Arbeitsposition) ausgestattet ist und für Hart- und Weichlöten mit einer Arbeitstemperatur von 870°C verwendet werden kann.
    – den Propan-Universalbrenner, der zum Hart- und Weichlöten, Isolieren, Schrumpfen, Kleben, Anwärmen, Trocknen, Schmelzen u. a. eingesetzt werden kann.
    – den Propan-Hochleistungsbrenner zum Hart- und Weichlöten von Kupfer- und Stahlrohren bis 2.000°C ohne Flaschen-Sauerstoff, sowie zum Anwärmen, Schrumpfen und Abbrennen.
    Diese Produkte sind zur Zeit nur individuell auf Anfrage bestellbar.
    LG Doreen Drak

 

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