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Natürliche Baustoffe (Teil 2): Holzschindeln für Dach und Fassade

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich: Beim Gedanke an Holz als Baustoff kommen Ihnen unweigerlich schwedische Blockhütten inmitten von weiten Landschaften in den Sinn? Tatsächlich erlebt der Traditionsbaustoff Holz gerade eine Renaissance. Wenngleich ganze Holzhäuser hierzulande noch selten sind, werden Holzschindeln zur Gestaltung von Dach und Fassade bereits relativ häufig eingesetzt.

Holzschindeln

Holzschindeln, welche die Fassade verkleiden, können bis zu 100 Jahre lang halten.

Holz, ein natürlicher und langlebiger Baustoff

Obschon Holz als Baustoff vor allem mit skandinavischen Ländern in Verbindung gebracht wird, sind Holzschindeln zur Dacheindeckung oder Fassadenverkleidung vor allem in den USA und Kanada gebräuchlich.

Kaum ein Baustoff wirkt natürlicher und nachhaltiger als Holz, der Naturbaustoff strahlt wie kein anderes Material Wärme und Behaglichkeit aus. Holz zur Dacheindeckung wirkt zudem wärmedämmend und ist äußerst witterungsbeständig. Holzschindeln gelten als langlebig. Bis zu 100 Jahre können sie bei fachgerechter Verlegung an der Fassade halten. Im Dachbereich ist eine Lebensdauer von bis zu 40 Jahren durchaus möglich. Wichtig bei Holzdachschindeln ist, dass Regen gut vom Dach abfließen kann. Ist dies gesichert, sind keine besonderen Holzschutzmaßnahmen nötig. Mit Holzschnindeln lässt sich jede Dachform verwirklichen. Voraussetzung für eine gutes Abfließen von Wasser ist allerdings eine Dachneigung von 15 bis 45 Grad.

Qualität von Holzschindeln

Qualitätsholzschindeln bestehen aus wintergefälltem und feinjährigem Holz. Als feinjährig gewachsen bezeichnet man Holz, dessen schmale Jahresringe gleichmäßig und eng liegen. Eng beieinanderliegende Jahresringe werden erreicht, wenn Bäume unter kargen klimatischen Bedingungen wachsen. Beim Fällen dürfen die Bäume nicht „im Saft stehen“, wie dies im Frühjahr der Fall wäre.

Holzschindeln werden hauptsächlich aus gespaltenem oder gesägtem Holz von Zeder und Lärche hergestellt. Generell lässt sich sagen, dass gespaltene Schindeln langlebiger als gesägte Schindeln sind. Hintergrund ist, dass das Holz bei gespaltenen Schindeln entlang der Faser aufgetrennt wird und die Holzfasern somit nicht beschädigt werden. Die Oberfläche von gespaltenen Holzschindeln ist nicht ebenmäßig glatt, weshalb die einzelnen Schindeln nicht direkt aufeinander liegen. Feuchtigkeit (Wir erinnern uns: ein guter Wasserabfluss garantiert Langlebigkeit!) kann deshalb gut abtrocknen.

Von gelb-rot zu grau: Unbehandeltes Holz für Dach und Fassade wechselt die Farbe

Typisch für Holzeindeckungungen ist ein Farbwechsel. Unmittelbar nach dem Verlegen weist das Holz auf dem Dach und an der Fassade einen gelben bis rötlichen Farbton auf. Nach relativ kurzer Zeit beginnen die Holzschindeln jedoch auszubleichen, die holztypische Patina bildet sich und die Oberfläche verfärbt sich silbergrau. Behandelt werden Holzschindeln nicht. Die Verwendung von hochwertigen, langlebigen Hölzern allein stellt sicher, dass Sie lange Freude an Ihrem holzgeschindelten Dach bzw. Ihrer mit Holzschindeln verkleideten Fassade haben.

In Teil 1 unserer Serie haben wir die Vorzüge und Nachteile eines Reetdachs für Sie näher beleuchtet. 

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