Ein Smoker im Eigenbau

Die BBQ- Smoker stammen ursprünglich aus den USA. Dort gehören große Grillpartys und deftiges, gegrilltes Essen zum guten Ton. Ein BBQ- Smoker besteht meistens aus zwei großen Stahlfässern und ist in der Regel so groß, das auch mal größeres Grillgut darin Platz findet. In dieser Anleitung sehen Sie, wie man auch als Anfänger und ohne Schweißkenntnisse einen BBQ- Smoker bauen kann.

 

Die Krönung- der Smoker selbst gebaut

Die Krönung- der Smoker selbst gebaut

 

Das Grundgerüst

Der BBQ- Smoker ist aus zwei 60 Liter Stahlfässern gefertigt. Bei den beiden Fässern wird im ersten Schritt  die Öffnung herausgeschnitten, welche später die Verbindung zwischen Garraum und Brennkammer bildet. Dabei ist zu beachten, dass am unteren Rand der jeweiligen Öffnung jeweils zwei Zentimeter Material übrig gelassen werden muss, da später an dieser Stelle die beiden Fässer miteinander verschraubt werden müssen. Für das heraustrennen der Bleche wird folgendes benötigt:

Zum Ausschneiden der Stahlfässer werden diese versetzt übereinander gestellt, als Schablone benutzt und mit einem schwarzen Stift die Rundung angezeichnet. Hier ist zu beachten, dass der gerade angezeichnete Strich ca. zwei Zentimeter weiter innen noch einmal angezeichnet werden muss. Das hat wieder den Grund, dass auf dem überstehenden Material die Stahlfässer miteinander verschraubt werden.

Auf dem inneren Strich wird jetzt mit dem Akkuschrauber und dem 10mm HSS Bohrer ein Loch gebohrt. Dort beginnt man nun, mit der Stichsäge und dem Bi- Metallsägeblatt die Löcher der beiden Stahlfässer herauszutrennen.

 

Zwei Stahlfässer als Grundlage

Zwei Stahlfässer als Grundlage

 

Die Grilltüren in Massanfertigung

Im nächsten Schritt werden die Türen der Brennkammer und des Garraumes ausgeschnitten. Diese haben jeweils ein Maß von 44 x 27 cm. Vor dem ausschneiden der Türen müssen diese auf den Stahlfässern angezeichnet werden. Bei dem Fass, was später die Brennkammer bilden soll, muss die Tür auf der Oberseite des Verbindungsloches angezeichnet werden. Bei dem Fass für den Garraum auf der Unterseite des Fasses. Das hat den Grund, dass beide Fässer versetzt zueinander verbunden werden, um die benötigte Luftzufuhr für das smoken zu gewährleisten. Um die Türen aus den Stahlfässern heraus zuschneiden, wird folgendes benötigt:

Im nächsten Schritt müssen die Verbindungslöcher der beiden Stahlfässer und die ausgeschnittenen Türen abgefeilt und entgratet werden. Dazu nutzt man am besten eine feine Stahlfeile oder einen kleinen Winkelschleifer mit einer Schruppscheibe. Das entgraten ist wichtig, damit der Einbrennlack später besser haftet und natürlich um die Verletzungsgefahr zu minimieren.

 

Die zukünftigen Smokertüren

Die zukünftigen Smokertüren

 

Die Umfärbung

Als nächstes muss der Lack entfernt werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, das Abbrennen bzw. Ausbrennen der beiden Stahlfässer oder das Abbeizen und Abschleifen. Die schnellere und kostengünstigere Variante ist die des Ausbrennens. Dabei wird in den beiden zurechtgeschnittenen Stahlfässern ein kleines Holzfeuer entzündet, wodurch sich der alte Lack vom Metall löst und danach mit einer Verdünnung bzw. Waschbenzin entfernt werden kann. Danach müssen die Fässer innen und außen von allen Verunreinigungen befreit werden. Dazu kann wieder die Verdünnung oder der Waschbenzin genommen werden. Denn um die Fässer lackieren zu können, müssen diese frei von Rost, Ruß, Fetten und Lackresten sein. Um den Grill zu lackieren, benötigt man

  • 6 Dosen á 450 ml schwarz- matten Einbrennlack.

Dieser hat die Eigenschaft, dass er bei einer Hitze von +240 °C erst richtig aushärtet.

 

Der Grill nähert sich der Fertigstellung

Der Grill nähert sich der Fertigstellung

 

Die Verbindung der Kammern

Nach dem Lackiervorgang müssen die beiden Fässer miteinander verbunden werden. Dazu werden bei dem Stahlfass, welches den Garraum bilden soll, zwei Einkerbungen in das Fass geschnitten. Diese müssen an den Stellen sitzen, wo die beiden Fässer später übereinander gelegt werden. Als nächste müssen in beiden Fässern die sechs Verbindungslöcher für die Verschraubung gebohrt werden. Dazu wird wieder

benötigt. Die Löcher werden wie folgt gebohrt:

  • jeweils ein Loch in die Ecken der Luftausschnitte
  • zwei Löcher in den oberen Rand und
  • zwei Löcher in den unteren Rand.

Nach dem Bohren der Löcher muss die spätere Verbindungslinie der beiden Stahlfässer abgedichtet werden. Dazu eignet eine feuerfeste Glasfaserschnur, die auch beim abdichten von Kaminöfen verwendet wird, am besten. Diese wird mit einem Zwei-Komponenten-Kleber auf eines der beiden Fässer geklebt. Jetzt werden die beiden Fässer miteinander verschraubt und abgedichtet. Dazu benötigt man:

 

Verbunden sind die Fässer nun- es fehlen nur noch die Beine

Verbunden sind die Fässer nun- es fehlen nur noch die Beine

 

Scharniere und Griffe

Nachdem die beiden Fässer miteinander verbunden sind, wird mit dem Hochtemperatursilikon die Verbindungsstelle der beiden Fässer mit einer Silikonfuge nochmals abgedichtet. Danach werden die zuvor ausgeschnittenen Türen mit Scharnieren und Griffen versehen. Die verwendeten Scharniere haben ein Maß von 40 x 40 mm. Die Edelstahlgriffe haben einen Durchmesser von 10mm und sind 100mm lang. Um die Griffe und die Scharniere und die Griffe zu befestigen wird

benötigt.

 

Das Montieren der Beine

Jetzt wird der BBQ- Smoker auf die Füße gestellt.  Dafür benötigen Sie

Um die Stahlwinkel des Garraumes anzubringen, müssen 20 cm unterhalb der rechten unteren Ecke der Tür vier Löcher gebohrt werden. Hier wird der erste Stahlwinkel befestigt. Nun wird 25 cm weiter gemessen und die nächsten vier Löcher für den zweiten Stahlwinkel gebohrt. Um die Stahlwinkel am Feuerraum zu befestigen, muss der obere Schritt an der linken unteren Ecke der Feuerraumtür wiederholt werden.

Sind alle vier Stahlwinkel angebracht, werden die Stahlfüße über Kreuz angeschraubt. Nach der Befestigung muss der Grill auf einer ebenen Fläche in Waage gebracht werden. Wenn das geschehen ist, werden in die Fußkreuze jeweils ein Loch gebohrt und mit einer M8 x 70 mm Edelstahlschraube fixiert.

 

Der Smoker steht auf eigenen Beinen!

Der Smoker steht auf eigenen Beinen!

 

Der richtige Luftzug

Im nächsten Schritt müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr BBQ – Smoker auch immer den nötigen Zug hat und somit nicht ausgehen kann. Dafür brauchen Sie

Um das Ofenrohr zu befestigen, nehmen Sie dieses und legen es als Schablone an den obersten Punkt der rechten Seite des Garraumes. Zeichen Sie nun mit einem schwarzen Filzstift den Durchmesser des Ofenrohres an. Nehmen Sie den Akkuschrauber und bohren Sie an den oberen Rand ein Loch, in dem Sie mit der Stichsäge ansetzen können. Jetzt kommt die Stichsäge zum Einsatz. Mit dieser schneiden Sie das Loch für das Ofenrohr so aus, das dieses mit ein wenig Spannung hineinpasst. Seien Sie mit dem auszuschneidenden Blech vorsichtig, dieses brauchen Sie gleich wieder. Nehmen Sie nun das Ofenrohr, stecken es in das gerade ausgeschnittene Loch und verschließen Sie die Fuge mit Hochtemperatursilikon. Wenn dieses ausgehärtet ist und das Ofenrohr schon vorher mit Spannung befestigt war, brauchen Sie nicht mehr zu schrauben bzw. schweißen.

Nehmen Sie jetzt das Blech, was Sie soeben dem Garraum geschnitten haben. Legen Sie dieses an die linke Seite des Feuerraumes an den untersten Punkt und zeichnen Sie dieses mit einem schwarzen Filzstift an. Innerhalb dieses angezeichneten Kreises auf dem Feuerraum werden jetzt mit dem 12mm HSS Bohrer und dem Akkuschrauber so viele Löcher hinein gebohrt, wie es der Kreis hergibt. Das ausgeschnittene Blech dient nämlich jetzt als Lüftungsschieber. Dafür wird in das Blech am oberen Rand ein 5 mm großes Loch gebohrt und mit einem geeignet Griff so am Feuerraum befestigt, dass es alle Löcher verdecken kann.

 

Der Smoker braucht auch Luft zum Atmen

Der Smoker braucht auch Luft zum Atmen

 

Das Offenrohr ist auch befestigt

Das Offenrohr ist auch befestigt

 

 

Die Feinheit – der Ablagetisch

Nun fehlt nur noch Ihre Ablage, also der Tisch.

Um diesen zu befestigen, benötigen Sie 2 Stuhlwinkel, 50 x 300 mm. Diese werden 15 cm unter der Garraumtür befestigt. Mit drei je 70 cm langen Holzlatten und sechs Schlossschrauben, M5 x 30 mm, befestigen Sie die Ablagefläche auf den Stuhlwinkeln. Jetzt muss der Tisch noch mit Klarlack überzogen werden und schon haben Sie Ihren Grill, zumindest was das äußere angeht fertig!

Das, was jetzt noch fehlt, ist der Grillrost im Garraum.

Dazu benötigen Sie ein Grillrost 50 x 30 cm und zwei Gewindestangen mit jeweils 35cm Länge. Die Gewindestangen werden jeweils links und rechts in den Garraum und den Grillrost darauf gelegt. In den Feuerraum kommen 2 Kohleschalen aus Stahl mit einem Maß von 25 x 25 cm. Auf diesen wird das Holz aufgelegt und sorgt dafür, dass das Fass nicht „durchgefeuert“ wird.

Wenn Sie die Roste eingepasst haben, darf angegrillt bzw. angesmoket werden.

Viel Spaß!

 

Grillrost liegt nun fehlt nur noch das Grillgut

Grillrost liegt nun fehlt nur noch das Grillgut

 

 

 

Die Kohleschalen wurden eingelegt und ab gehts!

Die Kohleschalen wurden eingelegt und ab gehts!

 

 

Das könnte Dich auch interessieren:

15 Kommentare »

 
  • Hans sagt:

    Nette Seiten habt Ihr hier !!!!
    Sehr Intressant was hier so steht

    Bis dann Hans

  • Thomas sagt:

    Ich finde die Idee mit dem Smoker Marke Eigenbau klasse. Deswegen habe ich mir auch gleich alle notwendigen Sachen besorgt und werde mich an die Arbeit machen. Na dann, auf ein Gelingen meines Smokers.

    Baugrüße von Thomas

  • Fensterexperte sagt:

    Das sieht wirklich gut aus, leider ist die Grillsesion fast vorbei. Aber damit kann man sicher auch bei Regen grillen 🙂

  • Detlef Reitzuch sagt:

    wird das Fass auch innen lackiert?

  • Hallo Herr Reitzuch,

    nein das Fass des Smokers muss im Inneren nicht lackiert werden.

    Viele Werkergrüße

  • mez02 sagt:

    Liebe Handwerker,

    eine Frage:
    eignet sich ein Legierungsfass, wo Nickel drinnen war zum smoken?

    Lg mez02

    • Handwerker sagt:

      Hallo mez02,

      nein, ein Fass wo Nickel drin war darf auf keinem Fall verwendet werden. Erstens ist Nickel giftig und bei Erhitzung können ungeahnte Folgen auftreten. Die Dämpfe, die hier entstehen sind sehr gefährlich.

      Viele Grüße
      Ihr Team handwerker-versand.de

  • Nemo sagt:

    Liebe Handwerker
    Als erstes: Das sieht wirklich toll aus! Schöne Arbeit.

    Ich bin gerade dabei mir auch einen Smoker zu bauen in meinem Garten. Ich habe dafür auch sehr günstig 2 (60 Liter) Stahlblechtonnen ergattert. Nun zu meiner Frage/meiner Sorge:

    Diese Blechtonnen sind sehr dünn, wie die auf eurem Bild. Ich frage mich ob diese, zumindest in der Brennkammer, die Hitze über die Zeit überhaupt aushalten. Ihr habt den Smoker nun ein paar Jährchen. Was meint ihr zu dem Material bzw. zu der Stärke von so einer Stahlblechtonne. Geht das gut mit der Zeit? Oder habt ihr ein Tipp für mich was ich tun könnte um das Material besser zu schützen?

    LG Nemo

    • Handwerker sagt:

      Hallo Nemo,

      die Tonnen halten die Hitze auch über einen langen Zeitraum gut aus. Sollten aber regelmäßig mit Hochtemperaturlack nachgebessert werden, um Korrosion zu verhindern. Je stärker das Material desto länger ist natürlich die „Lebenserwartung“ der Brennkammer. Es gibt aber nahezu keine dickwandigeren Alternativen zu Öltonnen oder ähnlichem für den Eigenbau des Smoker.

      Viel Erfolg und viele Grüße
      Ihr Tem von handwerker-versand.de

  • Steffi Kamniofen sagt:

    Hallo zusammen, könnte mir jemand sagen mit welcher Farbe ich den Smoker am besten von außen lackiere? Danke

    • Handwerker sagt:

      Guten Tag,

      am besten eignet sich Ofenlack. Dieser ist allerdings nicht rostbeständig, darauf sollten Sie achten.

      Viele Grüße
      Ihr Team von handwerker-versand.de

 

Schreibe einen Kommentar

XHTML: Diese Tags kannst Du benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>