Wie funktioniert ABBEIZEN?

Oft verbirgt sich bei alten Möbeln unter hässlichen Farbschichten ein wunderbares Stück. Sehen Sie, wie man dem Lack zu Leibe rücken kann.

Beim Entfernen alter Anstriche ist das Abbeizen meist die effektivste Methode. Das Abbeizmittel (z.B. handwerker-versand.de Universal Abbeizer)muss nach dem Auftragen in der Regel mehrere Stunden einwirken. Falls es sich um einen kleineren Gegenstand handelt, arbeiten Sie am sichersten im Freien. Falls es sich um größere Flächen im Innenbereich handelt, sorgen Sie für eine gute Durchlüftung.

Die Heißluftpistole für die grobe Vorarbeit
Einen großen Teil der bejahrten Farbschichten können Sie mit Hilfe eines Heißluftgebläses (z.B. das Heissluftgebläse H1600 von Metabo)relativ schonend entfernen. Die Hitze weicht den Lack auf, so dass Sie ihn mit einem Spachtel abtragen können. Dabei dürfen Sie das Holz nicht versengen. Weil aus der erhitzten Farbe giftige Dämpfe austreten können, sollten Sie Ihre Werkstatt bei dieser Arbeit gut lüften oder noch besser ins Freie gehen.

Letzte Farbreste mechanisch entfernen
Was beim Abspachteln der aufgeweichten Farbschichten nicht abgeht, müssen Sie durch sorgfältiges Schleifen, Hobeln oder Abziehen mit speziellen Abziehklingen entfernen. Wenn bei dieser Arbeit feiner Schleifstaub entsteht, am besten eine Staubmaske tragen bzw. elektrische Schleifgeräte (z.B. der Metabo 250-Watt-Elektronik-Exzenterschleifer SXE 325 Intec) benutzen, die mit einer integrierten Staubabsaugung ausgestattet sind.

Chemikalien zum Abbeizen
Bleiben beim mechanischen Abtragen alter Farbschichten noch zu viele Reste auf der Holzoberfläche übrig, sollten Sie Ihr Glück zunächst mit vergleichsweise harmlosen Chemikalien versuchen. Alte Ölfarben lassen sich mit Salmiakgeist auflösen; durch alkalische Beizmittel vergraut allerdings das Holz. Schellacke können Sie mit einem Gemisch aus Spiritus und Salmiakgeist entfernen. Manchen Anstrichen setzt auch Sodalösung zu.

Ein in den meisten Fällen recht wirksames Mittel ist Natronlauge aus Natriumhydroxid, die man selbst anmischt.
Die weißen Kügelchen, auch Ätznatron genannt, sind in jeder Apotheke zu bekommen. Geben Sie 50-100 g Ätznatron in 1 L Wasser. Niemals umgekehrt das Wasser auf das Natron geben. Es besteht Spritzgefahr! Die entstehende Lauge ist stark ätzend. Deshalb sollten Sie unbedingt geeignete Gummihandschuhe (siehe Arbeitsschutz für die Hände), Schutzbrille ( siehe Arbeitsschutz für die Augen) und einen Atemschutz (siehe Arbeitsschutz für den Kopf-Atemschutz) tragen.

Da Ätznatron beim Auflösen der Kügelchen warm wird, sollten Sie eine Blechdose benutzen. Damit die Lauge dickflüssig wird und sich auch an senkrechten Flächen ohne Verfliesen auftragen lässt, mischt man Kartoffelstärke oder Kleister zu.

Nach dem Laugen neutralisieren
Die Natronlauge nun mit einem Pinsel auf die Lackflächen auftragen und einige Minuten einwirken lassen. Wenn sich der alte Anstrich auflöst, spachteln Sie ihn vorsichtig ab. Zuletzt muss das Holz unter fließendem Wasser mit einer kräftigen Wurzelbürste abgewaschen werden. Um letzte Laugenreste auf der Holzoberfläche zu neutralisieren, wird schließlich noch einmal mit verdünnter Essigsäure nachgewaschen.

Nach dem Abbeizen ölen oder wachsen
Schöne Massivholzmöbel sollten Sie nach dem Abbeizen nicht wieder mit Lackschichten versiegeln. Viel schöner kommt das Holz zur Geltung, wenn Sie es mit Bienenwachsbalsam (z.B. handwerker-versand.de Bienenwachs
)einreiben.

Nachdem das Holz mit Halböl vorbehandelt wurde, wird die Wachsmischung mit einem weichen Tuch aufgerieben. Sorgfältiges Auspolieren mit einer Naturbürste erzeugt seidigen Glanz.

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Kommentar

 
  • Bernd sagt:

    Vielen Danke über den Beitrag, hätte gar nicht gedacht, an was ich alles denken muss, wenn ich meinen alten Schrank wieder auf Vordermann bringen will. Den Liberon Universal Abbeizer habe ich mir schonmal bestellt. Macht weiter so!
    Viele Grüße
    Bernd

 

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