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Feuerstellen im Garten: Genehmigung von Lagerfeuer, Feuerkorb & Feuerschale

Feuer ist mehr als nur Wärme- und Lichtquelle. Wir verbinden in der Dunkelheit leuchtende, lodernde Flammen, das Knistern von verbrennenden Scheiten und den natürlichen, holzigen Geruch von Feuerstellen mit Behaglichkeit und Wohlgefühl. Warum nicht selbst für Lagerfeuerromantik sorgen, denken Sie sich, und sehen sich schon mit Freunden am offenen Feuer sitzen.

Feuer im Garten

Eine selbst gemachte Feuerstelle im Garten ist oftmals genehmigungspflichtig.

 


Die Zeiten, in denen Lagerfeuer im Garten aus einer Laune heraus umgesetzt werden konnten, sind leider vorbei. Vielerorts bedürfen offene Feuer im Garten einer Genehmigung. Eine gute Alternative stellen Feuerschalen und Feuerkörbe dar.

Verbrennen von Baumschnitt im Garten: ohne Genehmigung geht es selten

Damit das Feuerchen im Garten nicht zu einem teuren Vergnügen wird, ist es wichtig, sich vorab beim Ordnungs- bzw. Umweltamt von Gemeinde oder Stadtverwaltung zu informieren. Ein Anruf oder ein Blick auf die Homepage bringt oft schon Klarheit.

Hintergrund: Die Gemeinden und Stadtverwaltungen sind befugt, durch Verordnungen festzulegen, wie kleinere, kontrolliert abbrennende Feuer auf Privatgrundstücken gehandhabt werden. Insbesondere kann seitens Stadt und Gemeinde bestimmt werden, ob ein Feuer angezeigt (und damit auch genehmigt) werden muss. Die meisten Verwaltungen machen von diesem Recht rege Gebrauch.

Hexenfeuer oder Osterfeuer gehören vielerorts zu den Brauchtümern. Einzelne Gemeinden bestimmen daher – in Anlehnung an regionale Festtage – einheitliche Zeiten, an denen Baumschnitt im Garten verbrannt werden darf.

Doch wohin mit Baumschnitt und Co., wenn ein Verbrennen im Garten nicht erlaubt ist? Geringe Mengen unbehandelten Baumschnitts dürfen in die Biotonne. Vielerorts können kleinere Mengen (oft eine Hängerladung eines PKWs) auch kostenlos oder gegen geringe Gebühr über Recyclinghöfe bzw. direkt in Kompostieranlagen entsorgt werden.

Allgemeine Regeln fürs Verbrennen von Holz im Garten

  • Laub, frische Tannen- und Baumzweige sowie nasses Holz sollten nie verbrannt werden. Feuchtes Brennmaterial führt zu einer erheblichen Rauch- und Qualmentwicklung – die
    Holz

    Im Garten verbrannt werden darf ausschließlich unbehandeltes Holz.

    Belästigung von Anwohnern wäre vorprogrammiert. Bei starkem Wind darf aus ebendiesem Grund kein Feuer gemacht werden.

  • Sperrhölzer und verunreinigtes Holz (etwa mit Teer verkleisterte Stücke) dürfen generell nicht verbrannt werden.
  • Erlaubt zur Verbrennung ist einzig naturbelassenes und trockenes Holz. Verwenden Sie daher ausschließlich abgelagerte Holzscheite, Holzbriketts, kurze Zweige sowie trockenes Reisig oder Zapfen.
  • Benutzen Sie niemals Brandbeschleuniger oder Benzin für Feuer im Garten.
  • Schichten Sie den zu verbrennenden Holzhaufen erst an dem Tag auf, an dem auch gezündelt wird. Igel und Kleinstlebewesen, die Unterschlupf suchen, werden es Ihnen danken.

Wie sieht eine optimale Feuerstelle aus?

  • Der optimale Platz für eine Feuerstelle liegt in einiger Entfernung zu Haus und Nachbarschaft. Empfohlen wird, etwa 50 m Abstand zu Gebäuden mit weicher Bedachung (Reetdach) bzw. zu überwiegend brennbaren Baustoffen, etwa einem Holzhaus, zu halten.
  • Idealerweise umranden Sie Feuerstellen mit einem Schutzwall aus Sand und Steinen.
  • Das Feuer darf niemals, auch nicht für kurze Zeit, unbeaufsichtigt gelassen werden. Bis zum vollständigen Erlöschen der Glut ist die Feuerstelle daher zu beaufsichtigen
  • Löschmittel sollte immer in Feuernähe bereitstehen. Falls kein Feuerlöscher zur Verfügung steht, kann alternativ ein Eimer mit Wasser bereitgestellt werden. Günstig ist auch ein Wasserschlauch, der angeschlossen ist und griffbereit liegt.

Feuerschale oder Feuerkorb?

Feuerschale

Feuerschale

Falls ein Lagerfeuer nicht in Betracht kommt, bieten Feuerkörbe und Feuerschalen eine sehr gute Alternative, um lodernde Flammen im geschützten Rahmen zu bändigen.

Feuerschalen sind flacher als Feuerkörbe und zudem aus einem Stück gearbeitet, lediglich ein Loch am Boden, was an der tiefsten Stelle der Schale angebracht ist, sorgt dafür, dass Wasser ablaufen kann. Günstige Feuerschalen sind bereits für um die 10 Euro zu bekommen.

Feuerkörbe sind seitlich offen, größer und höher als Feuerschalen. Wichtig ist bei Feuerkörben auf die passenden Unterlegbleche zu achten. Teils sind die vom Hersteller mitgelieferten Bleche recht klein, so dass der Untergrund nicht immer optimal geschützt ist. Vielfach werden deshalb zusätzlich Unterlegbleche in Übergrößen angeboten.

Feuerkorb mit Grilleinsatz

Feuerkorb mit Grilleinsatz

Preisgünstige Feuerkörbe sind bereits ab circa 30 Euro erhältlich. Preisunterschiede sind stoffabhängig, so bestehen hochpreisige Körbe in der Regel aus stärkerem Material. Klassische Feuerschalen ähneln einer Blüte. Es gibt mittlerweile jedoch nahezu alle Formen und Varianten, erhältlich sind etwa rund, eckig oder konisch aufgebaute Modelle.

Viele Hersteller bieten Zubehör an, mit dem sich ein Feuerkorb oder eine Feuerschale zu einem Grill umwandeln lassen. Unter anderem einzelne Landmann-Feuerkörbe sind mit einem Extra-Grilleinsatz ausgestattet. Beliebt sind auch Grillschalen oder Woks, die direkt über die Feuerschale in einen dreibeinigen Ständer gehängt werden.

Sind Feuerkörbe und Feuerschalen im Garten ohne Genehmigung erlaubt?

Im Gegensatz zu klassischen Lagerfeuern bedürfen Feuerkörbe und Feuerschalen in der Regel keiner Genehmigung. Die Einhaltung der Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) sowie der jeweiligen Landes-Immissionsschutzgesetze ist jedoch immer zwingend. Generell sind Feuerkörbe so zu betreiben, dass Allgemeinheit und Nachbarschaft weder gefährdet noch erheblich belästigt werden.

Auch beim Gebrauch von Feuerkörben und Feuerschalen sind Sicherheitsbestimmungen zu beachten. Sicherheitsabstände zu Gebäuden und brennbaren Materialien sind genauso einzuhalten, wenn auch in geringerem Umfang als bei Lagerfeuern im Garten. Ein Mindestabstand von 3-5 m zu brennbaren Umgebungsmaterialien (Gartenmöbel, Sträucher) ist ratsam.

Brandbeschleuniger verbietet sich auch bei kleinen Feuern im Feuerkorb, da die Verletzungsgefahr durch Stichflammen viel zu groß ist. Geeignetes Löschmaterial (Wir erinnern uns: Feuerlöscher, Wasserschlauch und Wassereimer) ist idealerweise in Feuerkorb- bzw. Feuerschalennähe bereitzustellen.

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9 Kommentare »

 
  • Arno Franz sagt:

    kann man ganzjährig die Feuerkörbe im Garten nutzen?

    • Handwerker sagt:

      Hallo Herr Arno Franz,

      ja, die Feuerkörbe können ganzjährig genutzt werden.
      Falls Sie mit Ihrer Frage meinen, ob Sie das auch dürfen … können wir diese Frage leider nicht klar beantworten, da die Gemeinden in solchen Fällen unterschiedliche Regelungen haben.

      Also einfach mal einen Blick in die Gemeindeverordnung werfen.

      Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Ihr Wissen im Anschluss mit uns teilen.

      Vielen Dank und viele Grüße
      Ihr Team von handwerker-versand.de

    • Hans sagt:

      Ein klares NEIN. Im Sommer während einer erhöhten Waldbrandstufe ist es VERBOTEN.

  • Thomas sagt:

    Unter Feuerkörben bzw. Feuerschalen ist es oft ratsam noch eine Bodenplatte zu stellen, da der Rasen oftmals braun wird. Einige Feuerschalen verfügen zudem zusätzlich noch über einen Funkenschutz, der das Ausbreitungsrisiko von Funken reduziert.

  • Lisa sagt:

    Hallo ich habe eine Frage. Unsere Vermieterin stellt ihre Feiertonne direkt bei uns vor dem Balkon sodass wir bei warmen Wetter abends rein müssen da wir zugequalmt werden . Ich hab ihr schon gesagt das es stört aber sie interessiert sich dafür nicht. Habe auch Beweis Fotos gemacht. Was kann ich dagegen machen. ?

    • Handwerker sagt:

      Liebe Lisa,

      leider können wir Ihnen diese Frage nicht beantworten. Wir verstehen Ihren Ärger, sind allerdings definitiv nicht der passende Ansprechpartner.

      Rechtlich ist diese Thematik ziemlich schwierig, umfangreich und nicht eindeutig.

      Ihr erster Gang sollte sein, erneut das Gespräch mit dieser Person zu suchen um diese Angelegenheit auf gutem Weg zu klären.
      Ist dies weiterhin nicht möglich, bleibt Ihnen nur sich an den Mieterschutzbund zu wenden oder, was allerdings die letzte Möglichkeit sein sollte, das Ordnungsamt um Hilfe zu bitten.

      Viel Erfolg wünscht Ihnen das Team von
      handwerker-versand.de

  • Lisa Heim-Neumann sagt:

    Ich habe festgestellt, dass Rücksichtnahme heutzutage -insbesondere bei jüngeren Leuten- wohl ein Fremdwort ist.
    Ich wohne seit 14 Jahren im 1. Stock einer Mietwohnung und die neuen 30-jährigen Mieter im Erdgeschoss haben gerade das Holz ( Samstag 20.15 Uhr, 28 Grad Celsius Außentemperatur) für eine Feuerstelle , die sich ca. 5 m vom Haus befindet, gehackt und verbrennen es gerade.
    Ich kann mein Fenster bei der Affenhitze nicht öffnen…ich wohne im Dachgeschoss und es herrschen gerade in der aufgeheizten Wohnung um die 30 Grad… Ist das zu akzeptieren?

    • R. Nanni sagt:

      Nein. Das ist nicht zu akzeptieren. Das ist extrem rücksichtslos. Ihr Recht auf schadstoffarmes Lüften in den eigenen 4 Wänden dürfte wohl gegenüber einem reinen Gemütlichkeitsfeuer überwiegen. Die Freiheit des Einen endet dort wo sie die Freiheit eines Anderen einschränkt. Solche Nachbarn wünsche ich keinem.

 

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