Vom Obst zum Wein

Isabell Dobrunz schrieb:

„Saft aus der Obstpresse? Das kann doch nicht alles sein. Da gibt es doch sicher noch mehr, was man mit einer Obstpresse machen kann“, dachten wir uns und begaben uns auf die Suche. Und siehe da: Man kann auch prima Wein mit Hilfe einer Obstpresse herstellen. Das war natürlich ganz nach unserem Geschmack und wir wollten die Sache ausprobieren. 🙂

Die Äpfel wurden von uns fachmännisch zerkleinert und in der Obstpresse „bearbeitet“. Nach dem Auspressen floss der frisch gepresste Apfelsaft in einen zuvor aufgestellten Auffangbehälter. Die übriggebliebenen Apfelreste werden Trester genannt. Dieser ist gut als Kraftfutter für Schafe und Rinder geeignet. Schweine dahingegen vertragen den Trester nicht, denn sie haben einen für die Obstreste zu empfindlichen Magen. Da wir aber eh keine Tiere haben, kam nur der Kompost als Verwertung in Frage.

So, nun wollten wir mal sehen, wie man den Wein ansetzt. Also:
Wir brauchten dazu frischgepressten Apfelsaft, unbehandelt, direkt aus der Presse (stellten wir ja selber her). Um den zu erhalten, benötigten wir ca. 1 Zentner Äpfel (50kg). Oder man kauft den Saft in einer Kelterei. Das Wichtige, was wir noch brauchten, waren Zucker, Reinzuchthefe und Hefenährsalze für den Wein, welche wir uns dann im nahegelegenen Supermarkt beschafften.

Das Rezept brachte mein Kollege von seiner Oma, der guten Seele, mit, denn wir waren – und sind es noch immer – der Meinung: „Nur Omas Rezepte sind die Besten!“ 😀
Und nun die Mengen, um 30l Apfeldessertwein herzustellen:
26 Liter Apfelsaft, frisch aus der Presse.
6 kg Zucker
25 ml Reinzuchthefe Haute Sauterne
5 Hefenährsalz-Tabletten.

Alternativer Text

Daneben benötigten wir ein Fass (das hatten wir schon) und einen großen Holzlöffel, um alles gut vermischen zu können. Und für die Gärung benötigten wir anschließend einen Weinballon mit einem Gärröhrchen. Diese hatten wir uns vorsorglich 2 Wochen vor unserer Aktion im www.handwerker-versand.de bestellt, natürlich den Größten aus dem Sortiment mit 34 Litern, man weiß ja nie…

Und los ging es.

Alternativer Text

Wir füllten erst einmal ca. 15l Saft in ein Fass und schütteten unter Umrühren mit dem Holzlöffel die erste Hälfte des Zuckers hinzu. Nachdem sich dieser aufgelöst hatte, füllten wir noch mal 10 Liter Saft nach und fügten dann unter ständigem Rühren den restlichen Zucker bis dieser sich komplett aufgelöst hatte hinzu.
Anschließend haben wir das Gemisch mit Hilfe eines Trichters in den Weinballon umgefüllt und diesen mit einer Gärkappe verschlossen. Vorher entnahmen wir ca. 1l Saft mit einer Schüssel und füllten dort die Reinzuchthefe ein. Hinterher zerkleinerten wir die Hefenährsalz-Tabletten mit einem Mörser und gaben auch dies in das Gefäß. Nach nochmaligem Umrühren deckten wir die Schüssel mit einer Folie ab und stellten diese an einen warmen Platz.

Dort blieb es einen Tag lang stehen, damit sich die Hefebakterien vermehren konnten. Das ließ sich daran erkennen, dass sich ein Schaumteppich über der Flüssigkeit gebildet hatte. Wenn man mit dem Ohr ganz nah an dem Gefäß lauscht, kann man hören, wie die Hefebakterien „arbeiten“, es rauscht ganz leicht. Danach schütteten wir mittels des Trichters die mit Hefebakterien angereicherte Flüssigkeit in die Öffnung des Weinballons. Wir kontrollierten den Wasserstand im Gärröhrchen und setzten ihn auf die Gärkappe.

Alternativer Text

Nach drei Tagen sollte sich nun schon etwas regen. Wir waren gespannt. Und tatsächlich. Der im Gärröhrchen blubberte es munter vor sich hin, um das entstandene Kohlendioxid (CO2) entweichen zu lassen.
Die völlige Durchgärung dauert ca. 3 bis 4 Monate. Dabei fallen die Hefe und Reststoffe nach unten aus und die entstehenden Gase entweichen über das Gärröhrchen. Nach Umfüllen in entsprechende Flaschen, d. h. Trennung der Reststoffe, ist der Apfelwein über Jahre haltbar.

Jetzt hieß es abwarten und ab und zu probieren. Ersteres fiel uns irgendwie schwerer als das Zweite. 😉 Man kann den Wein schon nach drei Wochen als s.g. Rauscher trinken. Der junge Wein ist zwar dann noch sehr süß, hat aber schon eine Menge an Alkohol.

Also, gutes Gelingen & vorsichtig sein beim Probieren!!

Das könnte Dich auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

XHTML: Diese Tags kannst Du benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>