Welcher Bohrer für Wände?

Das Bohren in Wände steht für die meisten Menschen dann und wann einmal auf dem Arbeitsplan. Dabei erwischt es eigentlich jeden einmal, ob Experte oder nicht. Daher beantworten wir heute einmal eine der grundlegendsten Fragen rund um das Bohren von Wänden: Welchen Bohrer nimmt man denn überhaupt zum Bohren von Wänden?

fotolia_man drilling

Wenn Sie wissen, in was Sie bohren, ist der passende Bohrer schnell gefunden.

 

Um diese Frage bestimmt zu beantworten, stellen wir erstmal eine Gegenfrage: Aus welchem Material besteht denn Ihre Wand? Denn mit dem Material, das gebohrt werden soll, wird auch über den Bohrer entschieden, der für die Aufgabe der richtige ist.

Woraus besteht denn meine Wand überhaupt?

Nun haben wir zunächst folgendes Problem: Die Wand ist verputzt und tapeziert oder gestrichen, also keinerlei Anzeichen vom Material, aus dem die Wand besteht. Jetzt müssen wir ausprobieren und so herausfinden, aus welchem Stein die Wand besteht, um so den richtigen Bohrer für die Arbeit zu bestimmen.

Effekt und wahrscheinliches Wandmaterial:

  • Bohrer geht fast widerstandslos durch = weicher Baustoff / vielleicht haben Sie eine Fuge zwischen zwei Steinen erwischt – versuchen Sie es noch einmal 2cm weiter seitlich
  • plötzliches Durchrutschen mit anschließendem Widerstand = Lochbaustein
  • rotes Bohrmehl = Ziegelwand
  • weißes Bohrmehl = Kalksandstein
  • graues Bohrmehl = Beton

Für jede Wand die richtige Bohrtechnik

Unter den verschiedenen Bohrertypen gibt es solche, die sich speziell für Holz eignen, andere sind ideal für Metall oder auch Gips. Wir gehen jetzt einmal davon aus, dass Ihre Wände, wie die meisten in Deutschen Häusern, aus Stein bestehen. Gut, hätten wir schon einmal geklärt, dass Sie einen Steinbohrer benötigen.

Doch damit sind wir noch nicht fertig mit der Bohrersuche, denn es gibt Unterschiede in der Bohrtechnik der verschiedenen Bohrertypen und wir müssen erst die richtige für Ihre Steinwand ermitteln. Denn Stein ist nicht gleich Stein und jedes Material hat individuelle Eigenschaften. Alle Steine, die in Wänden verbaut werden, von Ziegeln über Klinker bis hin zu Beton, sind von dichtem Gefüge. Trotzdem gibt es Unterschiede in der empfohlenen Bohrtechnik.

Folgende Bohrer für verschiedene Wandmaterialien nutzen:

  • Hohlblockstein aus Beton, Kalksandhohlblockstein, Kalksandlochstein und Hochlochziegel können Sie mit einem Drehbohrer bearbeiten
  • Kalksandvollstein, Klinker und Vollziegel wenden Sie einen Schlagbohrer an
  • für Normalbeton und Leichtbeton nutzen Sie idealerweise einen Hammerbohrer.

Hammerbohrer vs. Steinbohrer

Jetzt wissen wir, dass wir zwar den Steinbohrer generell für Stein benutzten können, doch, dass es auch auf die Technik ankommt. Denn es macht einen Unterschied, ob wir uns in den Stein eindrehen oder einhämmern. Das ist auch der Unterschied zwischen dem handelsüblichen Steinbohrer und dem Hammerbohrer. Der Steinbohrer hat eine Platte aus Hartmetall (HM) an der Spitze – wie auch der Hammerbohrer mit HM-Spitze -, die mittels Hartlötung befestigt wurde. Der Rest des Bohrstiftes besteht nicht aus Hartmetall, da es sich aufgrund seiner Kostspieligkeit und gleichzeitig leichten Brüchigkeit nicht für das Steinbohren eignet.

Soweit so gleich. Der Hammerbohrer unterscheidet sich jedoch deutlich von gängigen Steinbohrern in der Bohrtechnik. Wie oben schon angedeutet, kommt es bei verschiedenen Steinarten genau darauf an. Während der Steinbohrer durch Drehungen Bohrfortschritte erzielt, kommt der Hammerbohrer anders voran. Er dreht sich nicht ins Material, sondern zermürbt es durch Schläge. Dies ist vor allem bei Beton die richtige Herangehensweise, für alle anderen oben aufgelisteten Steinarten ist es das Drehbohren.

Das könnte Dich auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

XHTML: Diese Tags kannst Du benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>